Presseartikel

Das schrieb die damalige Presse über den Verein und sein Umfeld ...

Artikel aus der Ostsee-Zeitung vom 2. Januar 2007

Kupfermühlen-Sportplatz einst mit Tribüne für 130 Gäste

Aus dem Reit und Turnierplatz an der Kupfermühle wurde die „Reichsbahnkampfstätte“ des ESV Lok. Der Sportplatz feierte erst 1937 Einweihung. Noch heute dient er den Vereinen Lok und Empor als Heimstatt.

Nur wenige Stralsunder werden noch wissen, dass die Sportstätte an der Kupfermühle aus einem Turnierplatz für den Pferdesport hervorging.

Im Jahre 1925 schlug der Stralsunder Reit- und Fahrverein der Stadtverwaltung vor, das Terrain neben der Viehhalle an der Straße an der Schleusenbrücke (heute Carl-Heydemann-Ring) als Turnierplatz herzurichten. Der Verein besaß zwar schon einen Turnierplatz, doch dieser lag für damalige Verhältnisse weit entfernt von der Stadt auf der Feldmark Kedingshagen nahe der Prohner Chaussee. Mit seiner Nähe zum Bahnhof und durch das Vorhandensein von Stallungen lagen die Vorteile für einen neuen Platz neben der Viehhalle auf der Hand. Außerdem könnte man hier, so meinte der Vorstand des Vereins, einen ständigen Zuchtviehmarkt einrichten. Die Viehhallen GmbH stimmte dem Vorschlag des Stralsunder Reit- und Fahrvereins zu, meinte jedoch, dass zur besseren Ausnutzung des Platzes der Bau einer großen Vorführhalle notwendig sei. Noch drei Jahre dauerte es, bis man an die Verwirklichung der Pläne gehen könnte. 

Am 17. März 1928 schlossen die Stadt Stralsund und der Reit- und Fahrverein, vertreten durch die Herren Oberst a.D. Chales de Beaulieu, Kapitän Lindau, Vereinsbrauerei-Direktor Erich Feicht und Landwirt Ernst Wolfstein aus Günz, einen Vertrag über die ,,Verpachtung des Geländes zum Zweck der Abhaltung von Reit- und Fahrturnieren“ ab. Ausdrücklich gestatteten beide Vertragspartner der Viehhallengesellschaft die Mitbenutzung des Platzes für landwirtschaftliche Ausstellungen. Die Stadt besorgte die erste Herrichtung der Geländes, ,,bestehend aus Drainierung, Einplanierung, Umzäunung und Aufstellung des Vorführringes“. Für die Aufstellung der Hindernissen, des Richterturmes und der Tribüne zeichnete der Verein verantwortlich. 

Graf von Klot-Trautvetter und Brauereidirektor Erich Feicht übernahmen die gesamt- und selbstschuldnerische Bürgschaft für alle Verpflichtungen, welche sich aus dem Pachtvertrag, der bis zum 1. April 1934 galt, für den Verein ergaben. Die alte Tribüne an der Prohner Chaussee bei Klein Kedingshagen wurde in Einzelteile zerlegt und auf dem neuen Platz in der Tribseer Vorstadt wieder aufgebaut. Im Erdgeschoss der Tribüne mit seinen 130 Plätzen richtete der Verein zwei Wohnungen ein. Nur vier Jahre später gab der Vorstand des Stralsunder Reit- und Fahrvereins bekannt, dass wegen der gegenwärtigen Lage in der Landwirtschaft in absehbarer Zeit keine Turniere stattfinden werden. Es wäre deshalb sinnvoll, so die Vereinsführung, den Reitplatz zu einem Sportplatz umzubauen. Dies lehnte aber der Arbeiterausschuss für Rasensportvereine ab, da ein Sportplatz an dieser Stelle zu sehr unter Raucheinflüssen zu leiden hätte. Auch wollte die Stadt nicht auf die Pacht von 505,35 Reichsmark verzichten.

Da aber Stralsund über zu wenige Sportplätze verfügte, stellte die Stadt dann doch einen Plan für die „Herstellung des Turnierplatzes als Übungsplatz für Rasensport“ auf. Besonders der Ortsausschuss für Jugendpflege und Leibesübungen hatte sich dafür stark gemacht. Aber nichts passierte. Anfang 1933 teilte dann Graf von Klot-Trautvetter mit, dass der Verein nicht mehr in der Lage ist, die Pacht zu bezahlen, da die Mitgliederzahl stark abgenommen habe. Nur bei einer Verminderung der Pachtsumme wolle man den Vertrag über den 1. April 1934 hinaus verlängern.

Mit dem Auslaufen des Vertrages hätte die Stadt den Reitplatz mit allen Baulichkeiten übernehmen müssen. Aber welch ein Glück, die Stadtverwaltung fand einen neuen Pächter. Mit Wirkung vom 1. Dezember 1934 wurde der Platz an den „Reichsbahn-Turn- und Sportverein Germania von 1925“ für die Dauer von 10 Jahren verpachtet. Sofort ging der Verein daran, das Gelände zu einem Sportplatz der auch den Normen der Reichssportbehörde entsprach, umzubauen. Die Arbeiten gestalteten sich wegen der nicht gerade günstigen Bodenverhältnisse recht schwierig und nahmen eine geraume Zeit in Anspruch.

Erst am 9. Mai 1937 konnte die neue Sportstätte eingeweiht werden. Der Präsident der Reichsbahndirektion Stettin, Lohse, gab dem neuen Sportplatz in einer Ansprache den Namen „Reichsbahnkampfstätte“. Nach weiteren Reden erfolgte die Eröffnung der Wettkämpfe. Leichtathletik stand natürlich auf dem Programm, hinzu kamen ein Faustball-Ballturnier und Handballspiele der Jugend wobei Germania gegen den Reichsbahnsportverein Rostock gewann. Am Nachmittag fand ein Fußballspiel statt, Reichsbahn Stralsund spielte gegen Reichsbahn Berlin. Leider gingen die Stralsunder mit 1:7 völlig unter.

DR. ANDREAS NEUMERKEL


Artikel aus der Ostsee-Zeitung vom 4. Juni 1974

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Artikel aus der Ostsee-Zeitung vom 1. Juni 1974

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